Ursprünge, Entwicklung und aktuelle Forschung
zu Meditation und Achtsamkeit
Von den Lehren Buddhas bis hin zum aktuellen Forschungsstand. Hier erfährst du die Hintergründe.
Die Wurzeln der Meditation
Auch wenn der Achtsamkeitsbegriff in den letzten Jahren zunehmend in Mode gekommen ist, so gehen die Wurzeln auf mehr als 2500 Jahre alte Traditionen zurück. Die Ursprünge der Achtsamkeit, wie wir sie heute definieren, findet man vorrangig in ost-asiatischen Ländern und fernöstlichen Kulturen.
Die ältesten Hinweise auf den Begriff der Achtsamkeit finden sich im Pali-Kanon, den heiligen Schriften der Lehre Buddhas.
Seine „Rede über die Grundlagen der Achtsamkeit“, das Satipatthāna-Sutta, ist eine der einflussreichsten seiner Lehrreden und bildet heute die Basis von Achtsamkeit.

Zentrales Element und höchstes Ziel von Buddhas Lehren war die Befreiung von Leid – sowohl körperlich, geistig als auch emotional. Der Weg dorthin ist als „der Edle achtfache Pfad“ bekannt.
Der Geist spielt auf diesem Weg eine wichtige Rolle und soll durch Meditation „erkannt, geformt und schließlich befreit“ werden.
So war Meditation in ihrem Ursprung vor allem dazu da, um:
- die wahre Natur des Geistes zu erkennen
- Illusionen im Sinne von Ego und Anhaftungen zu durchschauen und vor allem um
- Leiden zu überwinden.
Meditation in seinem Ursprung war also weder Stressmanagement-, Selbstoptimierungs- oder Entspannungstechnik sondern ein Zustand tiefer geistiger Sammlung und Versenkung, welcher der Selbsterkenntnis diente und den Weg zur Erleuchtung ebnen sollte.
Wie Meditation in den Westen kam

Heute ist Meditation allgegenwärtig. Mit den spirituellen Auswanderern der fernöstlichen Traditionen in den 60er und 70er Jahren kam das Thema über die USA schließlich auch nach Europa.
Ende der sechziger Jahre wurden die ersten Psychoanalytiker auf das Thema aufmerksam, es folgten die Psychologie, die kognitiven Therapien und die Neurowissenschaften.
Mit Jon Kabat-Zinn schaffte das Thema Ende der 70er Jahre dann einen endgültigen Durchbruch auch in nicht-asiatischen Ländern.
Mit den frühen 80er Jahren begann auch das zunehmende Interesse der Forschung und der Wissenschaft im Bereich der Achtsamkeit und den eingesetzten Methoden.
Meditation wurde dazu zunehmend von ihrer kulturellen und religiösen Herkunft herausgelöst (säkularisiert) und heute muss man weder Buddhist noch Hinduist sein, um Meditation zu praktizieren – ohnehin finden wir Meditationsformen in allen Traditionen, genauso im Christentum, Islam, Sufismus oder Judentum.
Vielmehr kannst du Meditation als eine Art „Geistesschulung“ verstehen.
Meditation vs. Achtsamkeit
was ist der Unterschied?
Ich gebe in meinen Meditationskursen gerne das Bild des Fitnessstudios mit.
Während Achtsamkeit das Fitnessstudio als Gebäude – als Haltung oder als Dach – ist, beschreibt Meditation die Übungen, die wir im Fitnessstudio ausführen.
Kurzum sind Meditationen die Techniken um Achtsamkeit zu entwickeln.
Jon Kabat-Zinn hat Achtsamkeit als „waches, aufmerksames Sein“ beschrieben, „in dem man in jedem Augenblick weiß, was man gerade tut.“
Wenn wir ganz genau sind, dann sind auch die Achtsamkeitsbegriffe heute verwässert. So wird einerseits häufig mit „Achtsamkeit“ das „achtsame Gewahrsein“ als Zustand vermittelt und andererseits wird mit „Achtsamkeit“ auch die eigentliche Praxis ausgedrückt.
2016 fanden sich alleine 33 Definitionen von „mindfulness“, also dem englischen Wort für Achtsamkeit, in der Literatur wieder. Du siehst, gar nicht so einfach.
Was die meisten Definitionen aber gemeinsam haben, sind 3 Säulen:
- 1. die bewusst gerichtete Aufmerksamkeit
- 2. auf den gegenwärtigen Moment
- 3. mit einer Haltung von Akzeptanz, Nicht-Wertung und Offenheit
Wenn wir also Achtsamkeit kultivieren wollen, brauchen wir Meditation. Andererseits wenn du mit Meditation startest, wirst du „automatisch“ achtsamer. Sie bedingen sich gegenseitig.
PS: Wenn dich die Begrifflichkeiten, Hintergründe und Wirkmechanismen von Achtsamkeit und Meditation ganz genau interessieren, dann lies gerne hier in meine Masterarbeit, die ich über dieses Thema verfasst habe.
Was die Wissenschaft heute weiß
Die Forschung und die wissenschaftlichen Untersuchungen liefern erstaunliche Ergebnisse, weshalb heute Meditation auch in Firmen erfolgreich eingesetzt wird, genauso wie in Kliniken, Schulen, Gefängnissen oder Gesundheitszentren.
So wissen wir heute, dass Meditation nachweislich das Stressempfinden senkt, Fokus und Kozentration stärkt, uns weniger impulsiv reagieren lässt, uns mitfühlender uns selber und anderen gegenüber macht und die Verbundenheit stärkt.
Und nicht nur das!
Selbst unsere Gehirnstrukturen verändern sich mit regelmäßiger Meditationspraxis, von nur 10-15 Minuten täglich, messbar und nehmen in gewissen Bereichen zu und in anderen Arealen, die zum Beispiel mit Angst, Stress oder unserer inneren kritischen Stimme in Zusammenhang stehen, ab.
Erstaunlich, oder?
Der beste Grund deshalb mit Meditation zu starten!
Ein Blick ins Gehirn
- Verdickung (Zunahme der Dichte) im präfrontalen Kortex (Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, Arbeitsgedächtnis, Handlungsplanung)
- Stärkung/Aktivierung des vorderen anterioren cingulären Cortex (Emotionsregulation & Motivation, Schmerzverarbeitung, Stressregulation)
- Verdickung der Insula (Selbstfürsorge, Empathie, Reflexion, Introspektion)
- Stärkung des Hippocampus (Lernen, Verbesserung des Gedächtnisses)
- Veränderungen im Default Mode Network (Grübeln, Gedankenschleifen, kritische innere Stimme)
- Verringerung der Zellen in der Amygdala (Angstzentrum, Verringerung der emotionalen Reaktivität)
Carina Ehrnhöfer - deine Meditationstrainerin
Säkular, psychologisch fundiert, traumasensitiv – seit 10 Jahren in Wien & DACH
Hey, ich bin Carina. Dipl. Achtsamkeits- und Meditationstrainerin, psychosoziale Beraterin und emotionsfokussierter & traumasensitiver Coach.
Seit 10 Jahren unterrichte ich Meditation und Achtsamkeit evidenzbasiert für Privatpersonen, Mitarbeitende und Führungskräfte.
Mehr über meine Meditationsangebote erfährst du auch hier. Schau gerne auch in meine nächsten Meditations-Events und Meditationsretreats.
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