So sitzt du beim Meditieren richtig

Die richtige Meditationshaltung

Die beste Sitzposition zum Meditieren finden

In den letzten 10 Jahren, in denen ich Meditationskurse und Meditationsretreats halte, höre ich immer wieder Aussagen von “ich kann nicht meditieren”, “da schlafen mir meine Beine  ein” oder “ich kann nicht so lange still sitzen”.

Rückenschmerzen nach fünf Minuten, einschlafende Beine, innere Unruhe, Müdigkeit oder ständiges Nachjustieren – all das hat häufig weniger mit der Meditation per se zu tun als mit der Haltung, die nicht zum eigenen Körper passt.

Darum gehen wir heute der richtigen Meditationshaltung auf den Grund und den Mythen, die sich um den perfekten Meditationssitz ranken:

Dein Meditationssitz entscheidet mit

Warum die Meditationshaltung so wichtig ist

Die passende Meditationshaltung zu finden, ist weit mehr als nur gerade und still sitzen.

Sie beeinflusst maßgeblich
  • deine Atmung
  • deine Konzentration
  • deine Wachheit
  • deine Möglichkeit zur Innenschau und Versenkung sowie
  • deine Motivation, regelmäßig zu üben.


Wenn du instabil oder unruhig sitzt, beschäftigt sich ein Teil des Geistes ständig mit dem Körper und lenkt dich damit von der eigentlichen Meditation ab.

Deshalb sollte der Körper nie im Zentrum stehen, sondern dir ermöglichen, mühelos und unangestrengt da zu sein.

Wenn du passend sitzt, kann der Körper in den Hintergrund treten und du kannst dich in deiner Meditation wirklich vertiefen, ohne dass es ständig zwickt, zwackt, spannt oder dir Körperteile einschlafen.

Die richtige Meditationshaltung ist deshalb die, in der dich dein Körper “nicht stört” oder unnötig ablenkt und Körper und Geist still werden können.

Die Basis bauen

Die 5 Prinzipien einer guten Meditationshaltung

Betrachte deinen Körper als grundlegendes Werkzeug für deine Meditationspraxis. Damit kann dein Geist eine stabile und verlässliche Basis finden, in der er sich entspannen kann. Diese 5 Prinzipien helfen dir dabei:

1. Stabilität

Du brauchst eine verlässliche Basis. Wenn der Körper unruhig ist, wird es auch der Geist. Insofern sorge in erster Linie für Stabilität.

So entsteht Stabilität:

  • Das Becken trägt das Gewicht.
  • Knie oder Füße haben Kontakt zum Boden.
  • Der Sitz ist breit und sicher, nicht wackelig.
  • Du musst nicht „halten“, sondern du wirst getragen.

 

In der Praxis heißt das: 

Wenn du auf dem Boden sitzt:

  • Sitzkissen unter das Becken
  • Knie möglichst tiefer als die Hüften
  • Drei-Punkt-Basis: Gesäß + beide Knie/Oberschenkel

 

Wenn du auf dem Stuhl sitzt:

  • Füße flach auf dem Boden
  • Knie etwa im 90° Winkel
  • Entweder ins vordere Drittel des Stuhls rutschen und deine Wirbelsäule sich tragen lassen oder du rutschst ganz nach hinten und lehnst dich mit gerader Wirbelsäule an

Du kennst diese Bilder von aufgerichteten, würdevollen Haltungen von Meditierenden. Unsere Wirbelsäule ist dabei zentrales Element. Nachdem wir die stabile Basis im Becken gefunden haben, strebt unsere Wirbelsäule nach oben und spannt uns zwischen Erde und Himmel förmlich auf. 

Stell dir vor:

  • Das Becken wurzelt nach unten.
  • Der Scheitel wächst nach oben.
  • Zwischen Himmel und Erde entsteht Länge.

 

Wie eine unsichtbare Schnur kannst du dich am höchsten Punkt deines Kopfes nach oben ziehen lassen, dann fällt auch dein Kopf und Kinn automatisch in die richtige Position.

 

So findest du die passende Aufrichtung:

  1. Sitze zuerst bewusst etwas zu rund da
  2. Dann bewusst zu hohl / überstreckt
  3. Dann finde deine Mitte dazwischen

 

Das ist meist der natürliche, aufstrebende Sitz.

Wichtig: Wir wollen nicht militärisch steif dasitzen. Meditative Aufrichtung ist durchlässig, weich und wach. 

 

Häufig unterschätzt: Die Rolle des Beckens

Viele glauben, beim Thema Aufrichtung sei der Rücken das Hauptthema. In Wahrheit beginnt eine gute Haltung im Becken.

Wenn das Becken nach hinten rollt:

  • haben wir einen Rundrücken
  • unser Atem wird flacher und
  • wir werden müder

 

Wenn das Becken neutral bis leicht nach vorne kippt:

  • richtet sich die Wirbelsäule natürlicher auf
  • der Brustkorb wird frei
  • die Atmung vertieft sich
  • du bist präsent da

 

Insofern spiele dich etwas mit deiner Beckenstellung und diesen ersten beiden Punkten der Meditationshaltung.

Wir wollen weder zu rigide sitzen noch innerlich kollabieren. Eine gute Sitzhaltung hat ein mittleres Anspannungsniveau zwischen Angespanntheit und Zusammensacken.

Was wir mit Entspannung meinen ist:

  • Lockere Muskeln
  • weiche Schultern
  • gelöste Gesicht
  • lockere Arme und Hände
  • freier Bauch, der sich nach außen wölben kann
  • entspanntes Kiefer, das auseinander klappt
  • weiche, entspannte Stirn und Augen

 

Lass in erster Linie deine Muskelanspannung los! Sobald du dich im Körper anspannst, spannt sich auch dein Geist an!

Deine Wirbelsäule trägt dich aus deinem Becken heraus wie von alleine, du brauchst sonst nahezu keine Muskelanspannung. Mit dieser Entspanntheit in deinem Sitz, kann sich auch dein Geist beginnen zu entspannen.

Tipp für die Praxis: Atme, bevor du zu meditieren beginnst, 2-3 mal laut, lösend und seufzend aus. Damit bringst du Entspannung in deinen Atem und auch in dein Nervensystem. Du kannst dich auch ein bisschen recken, strecken oder noch dehnen, bevor du in die Stille findest.

Eine zu bequeme Haltung macht dich müde. Eine gute Haltung hält dich wach und präsent.

Der richtige Sitz erzeugt deshalb

  • Klarheit
  • Präsenz
  • innere Frische
  • Bereitschaft

 

Wenn du bemerkst, dass du müde wirst, kannst du

  • dein Brustbein leicht anheben
  • den Blick minimal öffnen
  • deine Atmung etwas vertiefen
  • die Wirbelsäule verlängern und
  • etwas mehr Muskelanspannung in dich bringen

 

So wirst du wieder präsenter und wacher, was dir die Meditation erleichtern wird.

Die beste Meditationshaltung ist jene, die du regelmäßig und ohne unnötige Beschwerden praktizieren kannst. Deshalb ist in allen vorangegangenen Punkten Mühelosigkeit zentral.

Das bedeutet:

  • weniger korrigieren
  • weniger kämpfen
  • eine natürliche Haltung finden

 

Dein idealer Sitz fühlt sich nach einiger Zeit von selbst getragen an, ohne dass du viel tun musst.

Erlaube dir, ein wenig zu experimentieren und auszuprobieren, bis du die richtige Sitzhaltung für dich gefunden hast und sei geduldig mit dir.

2500 Jahre alte Tradition

Was alte Schriften über die Sitzhaltung lehren

Meditationshaltung in den alten Traditionen

Schon in alten Meditations- und Yogatraditionen wurde dem Meditationssitz Bedeutung beigemessen.

Die Essenz aller Traditionen: Egal wo wir schauen, es zeigt sich dasselbe Prinzip: Sitze so, dass du wach, gesammelt und möglichst mühelos präsent sein kannst.

1. Früher Buddhismus (Pali-Kanon)

Die ältesten buddhistischen Texte sprechen oft vom Sitzen „am Fuß eines Baumes“, im Wald oder an einem stillen Ort. Es wird oft beschrieben, dass sich der Praktizierende an einen stillen Ort setzt, die Beine kreuzt, den Körper aufrichtet und Achtsamkeit etabliert.

Im Pali Kanon, einer der ältesten Lehrreden Buddhas, finden wir die Textpassage „Den Körper aufrecht haltend“ (Pali: ujum kāyam panidhāya).

Schnörkellos, oder?

 2. Yoga-Tradition – Yoga Sutras

Einer der berühmtesten Verse des Yoga Sutras zur Haltung lautet: “sthira sukham asanam”. Meist übersetzt als: “Die Sitzhaltung soll stabil und angenehm sein.”

Na, das kommt dir jetzt schon bekannt vor, oder?

Sthira, bedeutet so viel wie fest, stabil, standhaft und Sukha angenehm, leicht, weit, mühelos.

Also: Nicht asketisch. Nicht bequem bis zur Schläfrigkeit.
Sondern: Stabil und angenehm zugleich.

In den späteren Yogaschriften, zum Beispiel im Hatha Yoga Pradipika erscheinen erste konkrete Meditationssitze:

  • Siddhasana (die vollkommene oder vollendete Haltung)
  • Padmasana (voller Lotussitz)
  • Svastikasana (die glückverheißende Haltung oder Hakensitz)
  • Bhadrasana (Schmetterlingshaltung)

Wichtig: Auch dort war das Ziel Meditation, nicht Akrobatik. Also verabschiede dich gerne von den perfekt aussehenden Sitzposen.

3. Tibetischer Buddhismus

Im tibetischen Buddhismus findet man die Sieben-Punkte-Haltung des Vairocana, auch bekannt als die “7 Points of Posture” im Englischen.

Die 7 klassische Punkte:

  1. Beine gekreuzt
  2. Hände im Mudra (rechte Hand in der linken, Daumenspitzen berühren sich)
  3. Rücken gerade
  4. Schultern offen
  5. Kinn leicht gesenkt
  6. Zunge am Gaumen
  7. Blick weich nach vorne/unten
Welche Sitzhaltungen es gibt

Welche Meditationshaltung ist die Beste?

Viele hoffen hier auf DIE Antwort. Die Wahrheit ist: Deine Meditationshaltung ist so individuell wie du selbst!

Die beste Meditationshaltung ist die Position, in der du für 10-30 Minuten stabil, entspannt und aufmerksam sitzen kannst, ohne relevante Schmerzen.

Die wichtigsten Meditationshaltungen im Überblick:

Der klassische Schneidersitz. Beide Beine liegen vor dem Körper, nicht übereinander.

Warum er gut ist:

  • knieschonender als der Lotussitz
  • stabil mit Kissen
  • für viele Anfänger:innen praktikabel

Für viele Menschen ist das ein guter Meditationssitz zu Beginn.

Tipp aus der Praxis: Wenn deine Knie hier in der Luft baumeln, dann ist es angebracht dich etwas erhöht auf ein Kissen zu setzen, so dass deine Hüften oberhalb deiner Knie sind. Damit können sich die Knie absenken und du Halt am Boden finden. Alternativ kannst du dich auch mit Kissen oder Yogablöcken unter deinen Knien unterstützen.

Ardha Padmasana

Ein Fuß liegt auf dem gegenüberliegenden Oberschenkel.

Vorteile

  • stabil
  • klassisch
  • kompakter Sitz

Achtung: Dieser Sitz ist nur sinnvoll bei ausreichender Hüftbeweglichkeit! Du machst dir sonst deine Hüften kaputt!

Padmasana

Beide Füße liegen auf dem gegenüberliegenden Oberschenkel.

Realität statt Mythos: Sehr stabil, aber für viele Körper unnötig oder ungeeignet.

Wichtig: Lotus ist keine “höhere spirituelle Stufe” oder die Frage, ob du genügend gedehnt und geübt bist, sondern hier kommt es schlichtweg auf die Stellung deiner Hüftgelenke an, ob du in diesem Sitz je sitzen kannst oder nicht. Vielen von uns, inklusive mir, müsste man die Hüften auskegeln, um so sitzen zu können.

Vajrasana

Meine liebste und angenehmste Meditationsposition. Du sitzt auf den Fersen oder zwischen ihnen bzw. auf einem Kissen zwischen deinen Fersen, wie auf einem Sattel.

Gut für:

  • klare Aufrichtung
  • Menschen, die Schneidersitz nicht mögen oder denen im Schneidersitz die Beine einschlafen
  • für Menschen mit Hüftproblemen

 

Für mich die mit Abstand bequemste Meditationshaltung. Hier kann ich gefühlt stundenlang still sitzen, meine Wirbelsäule richtet sich automatisch gerade hin auf und ich kann die Muskelanspannung gut an mein Becken abgeben. Außerdem werden die Hüften nicht verdreht und sind in einem natürlichen Winkel, weswegen ich diese Haltung vor allem Menschen mit Hüftproblemen empfehle.

Die meisten Meditationsbänkchen sind aus Holz, auf denen du kniest, während das Bänkchen das Gewicht trägt.

Beliebt, weil:

  • aufrechtes Sitzen fast automatisch passiert
  • Hüften wenig Beweglichkeit brauchen

 

Tipp: Probiere das Meditationsbänkchen jedenfalls aus. Auch hier gibt es viele Unterschiede in der Höhe, Breite sowie im Winkel der Sitzfläche und nicht jedes ist für deine Körperform, Körpergröße und Anatomie geeignet!

Ja, das Sitzen auf einem Stuhl ist eine vollwertige Meditationshaltung. In meiner morgendlichen Meditationspraxis bin ich sogar auf die Couch übergegangen, wo ich nach hinten gelehnt dasitze. So habe ich sowohl Aufrichtung als auch den Support der Rückenlehne.

Besonders sinnvoll bei:

  • Knieproblemen
  • Rückenproblemen
  • höherem Alter
  • längeren Meditationen

 

So meditierst du am Stuhl richtig:

  • Beide Füße flach am Boden
  • Knie in einem ca. 90 Grad Winkel
  • Eher vorne auf der Sitzfläche platzieren oder
  • ganz nach hinten aufrecht angelehnt
  • Hände entspannt im Schoß oder auf den Oberschenkeln ruhen lassen

 

In meinen Meditationsretreats und Kursen gibt es immer die Möglichkeit, einfach auf einem Stuhl zu meditieren. Das ist keinesfalls schlechter! Ein guter Stuhlsitz ist sogar vielfach besser als ein “verknoteter” schön aussehender Sitz, wo du Schmerzen oder Unwohlsein hast!

Hilfsmittel für den Meditationssitz - Das Meditationskissen

Das passende Kissen verändert oft alles. Hier findest du eine breite Auswahl, nicht nur von Farben und Füllungen, sondern auch von den Formen.

Warum ein Kissen hilft

Ein erhöhtes Becken ermöglicht:

    • bessere Beckenkippung
    • freiere Hüften
    • geraderen Rücken
    • weniger Zug auf deine Knie



Meditationskissen: Welche gibt es?

Die wichtigsten Varianten
      • Rundes Kissen (Zafu): Klassisch, kompakt, beliebt; praktisch im Fersensitz
      • Halbmondkissen: Mehr Platz für die Beine, Anpassung an die Rundung des Gesäß, praktisch für den Schneideritz
      • Rechteckiges Yogakissen / Bolster: Gut für größere Menschen oder mehr Höhe
      • Gefaltete Decken: Einfach, effektiv, hat jede:r zuhause.
      • Yogablock: Aus Kork oder Schaumstoff



Ich verwende seit Jahren ein klassisches rundes Kissen. Nimm bei den Kissen jedenfalls eines, wo du die Füllung herausnehmen kannst und damit die Höhe für dich individuell anpassen kannst.

Praktischerweise haben auch viele ein Inlay mit Zipp oder Ähnlichem, was auch den Vorteil hat, dass du den äußeren Stoff einfach in der Waschmaschine waschen kannst.

Welche Kissenhöhe ist richtig?

Sitze eher höher, wenn:

  • deine Hüften eher steif oder unbeweglich sind
  • deine Knie hoch schweben
  • dein Rücken beim Sitzen rund wird


Im Fersensitz, wenn du:

  • Knie oder Fußgelenk Probleme hast


Sitze eher niedriger, wenn:

  • du eher oder sehr beweglich bist
  • du nach vorne kippst
  • zu viel Druck auf den Knien entsteht
Achte vor allem auf das

Füllung ist wichtiger als das Aussehen!

Achte bei der Auswahl deines Meditationskissens vor allem auf die Füllung. Denn diese entscheidet über
  • deine Sitzhöhe
  • die Stabilität
  • Härte oder Weichheit
  • das Sitzgefühl
  • die Anpassungsfähigkeit
  • das Gewicht des Kissens
  • die Haltbarkeit
  • Geräusche die das Kissen macht und
  • den Pflegeaufwand

Klassische Füllungen von Meditationskissen, die es heute auf dem Markt gibt sind:
  • Buchweizenschalen
  • Dinkelspelzen
  • Baumwolle
  • Kapok / Naturfasern
  • Schaumstoff und
  • diverse Mischfüllungen aus den oben genannten
Ich habe dir hier mit Hilfe der KI eine Tabelle zum Vergleich zusammengestellt:

Welche Gehirnbereiche trainiert fokussierte Aufmerksamkeit?

Bei der klassisches Achtsamkeits­­meditation, einer Form der Fokus- oder Aufmerksamkeits­­meditation, wird die Aufmerksamkeit stabil auf ein Meditations­objekt gehalten bzw. immer wieder aktiv darauf zurückgeführt.

Das Meditations­objekt kann prinzipiell alles sein, meist jedoch:

  • der Atem
  • ein Mantra oder
  • Körper­empfindungen

 
Neurobiologisch aktiviert diese Praxis besonders:

  • dorsalen präfrontalen Cortex
  • anterioren cingulären Cortex und
  • exekutive Aufmerksamkeits­netzwerke


Diese Gehirnbereiche sind zentral für:

  • Konzentration und Fokus stabil halten zu können
  • Ablenkungen zu erkennen und ggf. zu unterdrücken
  • Aufmerksamkeit aktiv umlenken zu können
  • Impulsen nicht automatisch zu folgen
  • Fehlererkennung
  • kognitive Kontrolle


Meditationen mit gezieltem Fokus gelten in der Neuro­wissenschaft primär als Training bewusster Aufmerksamkeits­­kontrolle („top-down attention control“). Gemeint ist die Fähigkeit, Aufmerksamkeit bewusst zu steuern, Ablenkungen zu erkennen und den Fokus aktiv zurückzuführen bzw ablenkende Reize damit ausblenden oder unterdrücken zu können.

Dies ist vor allem notwendig und hilfreich bei

  • Grübeln
  • emotionaler Reaktivität
  • chronischer Ablenkbarkeit und
  • Stressspiralen

Welche Gehirnbereiche trainiert offene Beobachtung / offenes Gewahrsein

Hier wird die Aufmerksamkeit nicht auf ein einzelnes Meditations­objekt fixiert, stattdessen öffnet man seinen Geist und beobachtet:

  • Gedanken
  • Gefühle
  • Körperempfindungen
  • Geräusche und andere Sinneseindrücke


… möglichst ohne Bewertung oder Reaktion.

Neurobiologisch zeigen sich dabei besonders häufig Veränderungen in:

  • der Insula
  • dem medialen präfrontalen Cortex
  • dem Default Mode Network (DMN)
  • dem Salienz-Netzwerk

Diese Gehirnbereiche sind zentral für:

  • Körper- und Selbstwahrnehmung
  • Selbstreflexion
  • Erkennen relevanter Reize
  • Beobachten eigener Gedanken und Emotionen
  • flexibles Wechseln zwischen innerer und äußerer Aufmerksamkeit

Besonders interessant: Diese Form der Meditation trainiert vor allem die sogenannte Meta-Awareness – die Fähigkeit wahrzunehmen, was gerade im Bewusstsein geschieht, ohne automatisch darauf reagieren zu müssen.

Dies ist vor allem hilfreich bei:

  • Grübeln
  • emotionaler Verstrickung in Gedanken
  • automatischen Reaktions­mustern
  • mangelnder Selbst­wahrnehmung
  • psychologischer Unflexibilität

Welche Gehirnbereiche trainiert Mitgefühls-Meditation / Metta

Bei der Mitgefühlsmeditation (Metta Meditation) werden gezielt Gefühle wie Wohlwollen, Verbundenheit, Mitgefühl oder Freundlichkeit kultiviert. Dies geschieht meist durch das bewusste Ausrichten positiver Wünsche auf sich selbst, nahestehende Personen, neutrale Menschen oder alle Lebewesen.

Neurobiologisch zeigen sich dabei besonders häufig Aktivierungen in:

  • der Insula
  • dem anterioren cingulären Cortex
  • dem temporoparietalen Übergang (TPJ)
  • limbischen Netzwerken

Diese Gehirnbereiche sind zentral für:
  • Empathie und Perspektivübernahme
  • emotionale Verarbeitung
  • soziale Verbundenheit
  • Mitgefühl und Fürsorge
  • Erkennen emotionaler Zustände anderer Menschen

Im Gegensatz zu Fokus­meditationen steht hier nicht primär die Aufmerksamkeits­kontrolle im Vordergrund. Stattdessen trainiert diese Praxis gezielt prosoziale und emotionale Fähigkeiten. Studien deuten darauf hin, dass Mitgefühls­meditation die emotionale Resonanz auf andere Menschen erhöhen und gleichzeitig eine gesündere Form des Umgangs mit belastenden Emotionen fördern kann, ohne dabei von den Emotionen anderer überwältigt zu werden.


Dies ist vor allem hilfreich bei:

  • sozialer Isolation
  • übermäßiger Selbstkritik
  • zwischenmenschlichen Konflikten
  • mangelndem Selbstmitgefühl
  • emotionaler Distanz zu sich selbst oder anderen

Hinweis: Die Forschung unterscheidet zunehmend zwischen Empathie (das Mitfühlen fremder Emotionen) und Mitgefühl (der Wunsch, Leid zu lindern). Erste Studien deuten darauf hin, dass Mitgefühlsmeditation eher Letzteres stärkt und dadurch möglicherweise vor emotionaler Erschöpfung schützt, die bei reiner Empathie auftreten kann.

Welche Gehirnbereiche trainiert körperorientierte Meditation / Body Scan

Bei körperorientierten Meditationen wird die Aufmerksamkeit gezielt auf innere Körper­empfindungen gelenkt. Beobachtet werden beispielsweise Atmung, Muskelspannung, Herzschlag, Temperatur, Druck oder andere subtile Körperwahrnehmungen.

Neurobiologisch zeigen sich dabei besonders häufig Aktivierungen in:

  • der Insula
  • dem somatosensorischen Cortex
  • dem anterioren cingulären Cortex
  • körperbezogenen Wahrnehmungsnetzwerken


Diese Gehirnbereiche sind zentral für:

  • Körperwahrnehmung (Interozeption)
  • Wahrnehmung von Stress- und Entspannungssignalen
  • emotionale Selbstwahrnehmung
  • Integration körperlicher und emotionaler Zustände
  • Schmerzverarbeitung


Im Mittelpunkt dieser Meditationsform steht weniger die Kontrolle von Gedanken als vielmehr die bewusste Wahrnehmung dessen, was im Körper geschieht.

Diese Form der Meditation trainiert vor allem die sogenannte Interozeption – die Fähigkeit, innere Körperzustände präzise wahrzunehmen und frühzeitig Veränderungen im eigenen Befinden zu erkennen.

Dies ist vor allem hilfreich bei:

  • chronischem Stress
  • emotionaler Überforderung
  • mangelndem Körperbewusstsein
  • psychosomatischen Beschwerden
  • Schwierigkeiten, eigene Bedürfnisse oder Belastungsgrenzen wahrzunehmen


Hinweis: Emotionen äußern sich häufig zuerst im Körper, etwa durch veränderte Atmung, Muskelspannung oder Herzfrequenz. Einige Forscher vermuten daher, dass körperorientierte Meditationen die Selbstregulation nicht primär über Gedanken, sondern über eine verfeinerte Wahrnehmung körperlicher Signale verbessern.

Wer hier schreibt

Carina Ehrnhöfer - deine Meditationstrainerin

Säkular, psychologisch fundiert, traumasensitiv – seit 10 Jahren in Wien & DACH

Hey, ich bin Carina. Dipl. Achtsamkeits- und Meditations­trainerin, psychosoziale Beraterin und emotions­fokussierter & trauma­sensitiver Coach.

Seit 10 Jahren unterrichte ich Meditation und Achtsamkeit evidenz­basiert für Privat­personen, Mitarbeitende und Führungs­kräfte. Sämtliche angesprochene Meditationsformen kannst du bei mir lernen.

Mehr über meine Meditationsangebote erfährst du auch hier. Schau gerne auch in meine nächsten Meditations-Events und Meditationsretreats.

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